Hormone
Cortisol – Das missverstandene Stresshormon
Was ist Cortisol und warum brauchen wir es?
Cortisol wird oft als “das Stresshormon” bezeichnet und hat dadurch einen schlechten Ruf bekommen. Dabei ist Cortisol lebenswichtig und in der richtigen Menge ein echter Freund unseres Körpers. Es wird in den Nebennieren produziert – zwei kleine, walnussgroße Drüsen, die auf den Nieren sitzen.
In der Funktionalmedizin betrachten wir Cortisol nicht als Feind, sondern als wichtigen Botenstoff, der im Gleichgewicht sein muss. Problematisch wird es erst, wenn zu viel oder zu wenig Cortisol produziert wird oder wenn der natürliche Rhythmus gestört ist.
Die wichtigen Aufgaben von Cortisol
Cortisol erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen:
- Energiebereitstellung: Stellt sicher, dass Ihre Zellen genug Energie haben, besonders in Stresssituationen
- Blutzuckerregulation: Hält den Blutzuckerspiegel stabil, besonders zwischen den Mahlzeiten
- Entzündungskontrolle: Wirkt stark entzündungshemmend und reguliert das Immunsystem
- Blutdruckregulation: Hilft, den Blutdruck aufrechtzuerhalten
- Wach-Schlaf-Rhythmus: Sollte morgens hoch sein (macht Sie wach) und abends niedrig (ermöglicht Schlaf)
- Stressantwort: Mobilisiert Ressourcen in Gefahrensituationen
- Gedächtnis und Konzentration: In der richtigen Menge fördert es Wachheit und Konzentration
- Stoffwechsel: Beeinflusst Fett-, Protein- und Kohlenhydratstoffwechsel
Der natürliche Cortisol-Rhythmus
Gesunde Nebennieren produzieren Cortisol nicht gleichmäßig über den Tag, sondern folgen einem natürlichen Rhythmus (zirkadianer Rhythmus):
Morgens (6-8 Uhr): Höchster Wert – gibt Ihnen Energie zum Aufstehen und Starten in den Tag
Vormittags: Allmählicher Abfall
Mittags: Weiterer Abfall, aber noch ausreichend Energie
Nachmittags: Leichter Anstieg (das “Nachmittagshoch”)
Abends: Deutlicher Abfall – bereitet den Körper auf Ruhe vor
Nachts: Niedrigster Wert – ermöglicht tiefen, erholsamen Schlaf
Dieser Rhythmus ist entscheidend für Ihre Energie, Stimmung und Gesundheit. Wenn er gestört ist, spüren Sie das sofort.
Die Stressachse: HPA-Achse
Cortisol wird über ein komplexes System gesteuert:
Hypothalamus (im Gehirn) → sendet CRH aus bei Stress
Hypophyse(Hirnanhangdrüse) → produziert ACTH
Nebennieren** → produzieren Cortisol
Dieses System sollte flexibel reagieren: Bei Stress steigt Cortisol, danach sinkt es wieder. Bei chronischem Stress kann dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht geraten.
Wenn Cortisol aus dem Gleichgewicht gerät
In der Funktionalmedizin unterscheiden wir verschiedene Phasen der Stressanpassung:
Phase 1: Akuter Stress (normale Reaktion)
- Cortisol steigt situationsgerecht
- Nach dem Stressereignis normalisiert es sich wieder
- Das ist gesund und normal
Phase 2: Chronischer Stress – Erhöhtes Cortisol
Bei anhaltendem Stress produzieren die Nebennieren dauerhaft zu viel Cortisol:
Typische Symptome:
- Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, nächtliches Aufwachen
- Innere Unruhe, Gedankenkarussell
- Gewichtszunahme, besonders am Bauch
- Heißhunger auf Süßes oder Salziges
- Erhöhter Blutdruck
- Erhöhte Blutzuckerwerte, Insulinresistenz
- Häufige Infekte (Immunsystem geschwächt)
- Dünner werdende Haut, schlechtere Wundheilung
- Wassereinlagerungen, aufgedunsenes Gesicht
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angst
- Muskelabbau trotz Sport
Phase 3: Nebennieren-Dysregulation – Niedriges Cortisol
Nach Jahren chronischer Belastung können die Nebennieren “erschöpfen” und zu wenig Cortisol produzieren:
Typische Symptome:
- Extreme, durchdringende Müdigkeit, besonders morgens
- Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen
- Energieeinbruch am Nachmittag (15-17 Uhr)
- Koffein- und Zuckerbedarf zum Funktionieren
- Schwindel beim Aufstehen (niedriger Blutdruck)
- Salzhunger
- Starke Erschöpfung nach körperlicher oder emotionaler Anstrengung
- Verminderte Stresstoleranz – Kleinigkeiten überfordern
- Konzentrationsprobleme, “Gehirnnebel”
- Häufige Infekte oder langwierige Infekte
- Allergien und Unverträglichkeiten verschlimmern sich
- Dunkle Augenringe
- Niedrige Körpertemperatur, ständiges Frieren
Phase 4: Gemischtes Muster
Oft sehen wir auch gemischte Muster:
- Morgendliches Cortisol zu niedrig (schwer aufstehen)
- Abendliches Cortisol zu hoch (Einschlafprobleme)
- Der natürliche Rhythmus ist völlig durcheinander
Was bringt Cortisol aus dem Gleichgewicht?
In der Funktionalmedizin suchen wir nach allen Stressoren, die auf die Nebennieren wirken:
Psychische Stressoren
- Beruflicher Stress, Überforderung
- Beziehungsprobleme, Konflikte
- Finanzielle Sorgen
- Traumatische Erlebnisse
- Perfektionismus und hohe Selbstansprüche
- Mangel an Entspannung und Erholung
Körperliche Stressoren
- Chronische Entzündungen: Der Körper ist in ständiger Alarmbereitschaft
- Chronische Infektionen: Viren, Bakterien, Parasiten
- Blutzuckerschwankungen: Ständige Achterbahnfahrt des Blutzuckers
- Schlafmangel: Einer der größten Stressoren überhaupt
- Übertraining: Zu viel Sport ohne ausreichende Erholung
- Chronische Schmerzen: Dauerhafte Schmerzreize
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Versteckte Entzündungen im Darm
Biochemische Stressoren
- Nährstoffmängel: Besonders B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium, Zink
- Giftstoffe: Schwermetalle, Pestizide, Schimmelpilze
- Medikamente: Manche Medikamente belasten die Nebennieren
- Alkohol und Koffein: In großen Mengen stressig für die Nebennieren
- Hormonstörungen: Schilddrüsenprobleme, Östrogenüberschuss
Lebensstil-Stressoren
- Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Schichtarbeit, spätes Zubettgehen
- Zu wenig Tageslicht: Stört den zirkadianen Rhythmus
- Ständige Erreichbarkeit: Kein echter “Feierabend” für Körper und Geist
- Mangel an Bewegung: Oder zu viel intensive Bewegung
- Soziale Isolation: Einsamkeit ist ein großer Stressor
Die Auswirkungen auf andere Systeme
Cortisol beeinflusst den gesamten Körper:
Schilddrüse: Chronisch erhöhtes Cortisol hemmt die Umwandlung von T4 in aktives T3. Das Ergebnis: Schilddrüsensymptome trotz normaler Blutwerte.
Sexualhormone: Bei Dauerstress “stiehlt” der Körper die Bausteine für Sexualhormone, um mehr Cortisol zu produzieren (Pregnenolon-Steal). Das führt zu niedrigen Werten von DHEA, Progesteron, Testosteron und Östrogen.
Blutzucker und Insulin: Erhöhtes Cortisol fördert Insulinresistenz und Blutzuckerschwankungen, was wiederum Stress für den Körper bedeutet – ein Teufelskreis.
Immunsystem: Kurzfristig zu viel Cortisol unterdrückt das Immunsystem (mehr Infekte). Langfristig zu wenig Cortisol kann zu überschießenden Immunreaktionen führen (Allergien, Autoimmunität).
Darm: Stress beeinträchtigt die Verdauung, fördert Leaky Gut und verändert das Mikrobiom.
Gehirn: Chronisch erhöhtes Cortisol kann den Hippocampus schädigen (Gedächtnisprobleme) und Angst sowie Depressionen fördern.
Knochen: Dauerhaft erhöhtes Cortisol schwächt die Knochen (Osteoporose-Risiko).
Der funktionalmedizinische Ansatz
Umfassende Diagnostik
In der konventionellen Medizin wird oft nur ein einzelner Cortisol-Blutwert gemessen. Das zeigt aber nicht den wichtigen Tagesverlauf.
Wir nutzen:
Cortisol-Tagesprofil im Speichel: 4-6 Messungen über den Tag verteilt zeigen den Rhythmus
- Morgens (direkt nach dem Aufwachen)
- Vormittags
- Mittags
- Nachmittags
- Abends
- Optional: Nachts
DHEA: Das “Anti-Stress-Hormon” und Gegenspieler von Cortisol
Zusätzlich untersuchen wir:
- Schilddrüsenwerte (TSH,fT4,fT3,rT3, etc.)
- Sexualhormone
- Blutzucker und Insulin (nüchtern und HbA1c)
- Entzündungsmarker (CRP, etc.)
- Nährstoffstatus (B-Vitamine, Magnesium, Vitamin D, etc.)
- Darmgesundheit bei Bedarf
Ursachenorientierte Behandlung
Statt nur Symptome zu behandeln, gehen wir die Ursachen an:
1. Stressmanagement (das Wichtigste!)
- Identifizierung der Stressoren: Was belastet Sie wirklich?
- Entspannungstechniken: Meditation, Atemübungen, Yoga, Progressive Muskelentspannung
- Grenzen setzen: Lernen, “Nein” zu sagen
- Naturkontakt: Zeit in der Natur senkt nachweislich Cortisol
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie unterstützende Beziehungen
- Hobbys und Freude: Was macht Ihnen Spaß?
2. Schlaf optimieren
- Regelmäßige Schlafenszeiten (auch am Wochenende)
- 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht
- Dunkles, kühles Schlafzimmer
- Keine Bildschirme 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen
- Entspannungsritual vor dem Schlafen
- Bei Bedarf: Magnesium, Melatonin, beruhigende Kräuter
3. Blutzucker stabilisieren
- Regelmäßige Mahlzeiten (kein Auslassen von Mahlzeiten)
- Proteinreich frühstücken
- Ballaststoffe, gesunde Fette, Proteine kombinieren
- Reduzierung von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten
- Gesunde Snacks bei niedrigem Cortisol (Nüsse, Obst mit Nussbutter)
4. Entzündungen reduzieren
- Entzündungshemmende Ernährung (viel Gemüse, Omega-3, Antioxidantien)
- Weglassen von Trigger-Lebensmitteln (oft Gluten, Milchprodukte, Zucker)
- Omega-3-Supplementierung
- Curcumin, Ingwer und andere entzündungshemmende Pflanzen
5. Darmgesundheit verbessern
- Behandlung von Dysbiosen, SIBO, Parasiten
- Probiotika und präbiotische Ballaststoffe
- Fermentierte Lebensmittel
- Heilung von Leaky Gut
6. Bewegung anpassen
- Bei hohem Cortisol Sanfte Bewegung wie Yoga, Spaziergänge, Schwimmen – kein intensives Training
- Bei niedrigem Cortisol: Sehr vorsichtig mit Sport, Erholung hat Priorität, kurze, moderate Einheiten
- Generell: Übertraining vermeiden, ausreichende Regeneration
7. Gezielte Nährstofftherapie
Bei hohem Cortisol:
- Magnesium (beruhigend)
- L-Theanin (aus grünem Tee, entspannend)
- Phosphatidylserin (senkt Cortisol)
- Ashwagandha (adaptogen, senkt Cortisol)
- B-Komplex (Nervensystem)
Bei niedrigem Cortisol:
- Vitamin C (in höheren Dosen, unterstützt Nebennieren)
- B5 (Pantothensäure, für Cortisolproduktion)
- B-Komplex
- Adaptogene: Rhodiola, Ginseng, Süßholzwurzel (Vorsicht bei Bluthochdruck)
- DHEA (nur unter ärztlicher Aufsicht)
- Salzaufnahme erhöhen
Allgemein wichtig:
- Vitamin D
- Omega-3-Fettsäuren
- Magnesium
- Zink
8. Lichtexposition optimieren
- Morgens helles Tageslicht (ideally innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufwachen)
- Tagsüber viel natürliches Licht
- Abends gedimmtes, warmes Licht
- Blaulichtfilter für Bildschirme ab dem Nachmittag
9. Giftstoffe reduzieren
- Natürliche Körperpflegeprodukte
- Gefiltertes Wasser
- Biologische Lebensmittel wo möglich
- Entgiftungsunterstützung (Leber, Nieren)
Sofortmaßnahmen für den Alltag
Atemübung bei Stress: 4-7-8-Atmung
- 4 Sekunden einatmen
- 7 Sekunden Atem anhalten
- 8 Sekunden ausatmen
- 4-5 Wiederholungen
Morgenroutine: Starten Sie ruhig in den Tag, kein sofortiger Griff zum Handy
Pausen einplanen: Regelmäßige kurze Pausen sind wichtiger als eine lange Pause
Dankbarkeit praktizieren: Täglich 3 Dinge aufschreiben, für die Sie dankbar sind
Lachen: Lachen senkt tatsächlich Cortisol – schauen Sie Comedy, treffen Sie lustige Freunde
Ernährungstipps
Bei hohem Cortisol vermeiden:
- Koffein (besonders nachmittags/abends)
- Zucker und Weißmehl
- Alkohol
- Zu große Mahlzeiten spät abends
Bei niedrigem Cortisol hilfreich:
- Salzreiche Lebensmittel (bei niedrigem Blutdruck)
- Regelmäßige, nährstoffreiche Mahlzeiten
- Nicht zu lange Fastenperioden
- Ausreichend gesunde Fette
Allgemein empfehlenswert:
- Viel buntes Gemüse (Antioxidantien)
- Hochwertige Proteine
- Gesunde Fette (Avocado, Nüsse, Olivenöl, fetter Fisch)
- Fermentierte Lebensmittel
- Ausreichend trinken (2-3 Liter Wasser)
Wie lange dauert die Heilung?
Das hängt davon ab, wie lange das Problem bestand und wie konsequent Sie die Maßnahmen umsetzen:
- Leichte Dysregulation: 3-6 Monate
- Mittlere Probleme: 6-12 Monate
- Schwere Nebennieren-Erschöpfung: 12-24 Monate oder länger
Wichtig: Die Nebennieren heilen, aber es braucht Geduld, Konsequenz und vor allem: echte Stressreduktion.
Gemeinsam zu mehr Balance und Energie
Cortisolprobleme sind in unserer hektischen Welt extrem häufig, werden aber oft nicht erkannt oder ernst genommen. Mit dem funktionalmedizinischen Ansatz können wir die Ursachen identifizieren und gezielt
Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennen oder das Gefühl haben, dass Ihr Körper auf dem letzten Loch pfeift: Vereinbaren Sie einen Termin. Gemeinsam finden wir heraus, wie es Ihren Nebennieren geht und entwickeln einen individuellen Plan – für mehr Energie, besseren Schlaf, mehr Stressresilienz und Lebensqualität.
Denken Sie daran: Stress lässt sich in unserem modernen Leben oft nicht vollständig vermeiden. Aber Sie können lernen, besser damit umzugehen und Ihren Körper optimal zu unterstützen.
Insulinresistenz verstehen
Was ist Insulinresistenz?
Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin. Insulin ist wie ein Schlüssel, der die Zellen öffnet, damit Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen gelangen kann. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dieser Schlüssel nicht mehr richtig – die Zellen reagieren nur noch vermindert auf das Insulin.
Als Reaktion darauf produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um den gleichen Effekt zu erzielen. Dies führt zu erhöhten Insulinspiegeln im Blut, während die Blutzuckerwerte zunächst noch normal sein können.
Wie entsteht eine Insulinresistenz?
Mehrere Faktoren können zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen:
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Besonders das Bauchfett (viszerales Fett) produziert Botenstoffe, die die Insulinwirkung verschlechtern
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko
- Ungesunde Ernährung: Zu viele stark verarbeitete Kohlenhydrate und Zucker belasten den Stoffwechsel dauerhaft
- Chronischer Stress: Stresshormone können die Insulinwirkung beeinträchtigen
- Zunehmendes Alter: Die Insulinempfindlichkeit nimmt mit den Jahren natürlicherweise ab
Welche Anzeichen gibt es?
Eine Insulinresistenz verursacht oft lange Zeit keine spürbaren Beschwerden. Mögliche Hinweise können sein:
- Ständige Müdigkeit und Erschöpfung
- Heißhunger, besonders auf Süßes
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Dunkle Verfärbungen der Haut (besonders am Nacken oder in den Achseln)
- Gewichtszunahme, vor allem am Bauch
- Schwierigkeiten beim Abnehmen
Warum ist es wichtig, eine Insulinresistenz zu behandeln?
Unbehandelt kann eine Insulinresistenz zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen:
- Typ-2-Diabetes: Wenn die Bauchspeicheldrüse erschöpft ist und nicht mehr genug Insulin produzieren kann
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall
- Fettleber: Einlagerung von Fett in der Leber
- Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Bei Frauen kann es zu hormonellen Störungen kommen
Was können Sie tun?
Die gute Nachricht: Eine Insulinresistenz ist oft reversibel! Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Insulinempfindlichkeit deutlich verbessern:
- Ernährung anpassen: Reduzieren Sie stark verarbeitete Kohlenhydrate und Zucker. Setzen Sie auf ballaststoffreiche Vollkornprodukte, viel Gemüse, gesunde Fette und ausreichend Eiweiß. Regelmäßige Mahlzeiten ohne ständiges Snacken zwischendurch entlasten den Stoffwechsel.
- Mehr Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Insulinempfindlichkeit nachweislich. Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag machen einen großen Unterschied – ob Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen.
- Gewicht reduzieren: Schon eine Gewichtsabnahme von 5-10% kann die Insulinresistenz deutlich verbessern.
- Stress reduzieren: Ausreichend Schlaf, Entspannungstechniken und Stressmanagement unterstützen Ihren Stoffwechsel.
Gemeinsam zum Ziel
Wenn Sie vermuten, dass Sie eine Insulinresistenz haben könnten, oder wenn Sie bereits die Diagnose erhalten haben: Vereinbaren Sie einen Termin. Gemeinsam können wir Ihre individuelle Situation analysieren und einen maßgeschneiderten Behandlungsplan entwickeln.
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich eine Insulinresistenz gut in den Griff bekommen – für mehr Energie, bessere Gesundheit und Lebensqualität.
Sexualhormone – Mehr als nur Fortpflanzung
Warum sind Sexualhormone so wichtig?
Wenn wir von Sexualhormonen sprechen, denken viele zunächst nur an Fortpflanzung und Libido. Doch diese Botenstoffe erfüllen weitaus mehr Aufgaben in unserem Körper. Sie sind wahre Alleskönner und beeinflussen nahezu jedes Organsystem – von der Gehirnfunktion über den Stoffwechsel bis zur Knochengesundheit.
In der Funktionalmedizin betrachten wir Sexualhormone als Teil eines komplexen Netzwerks, das in ständigem Austausch mit anderen Hormonsystemen, dem Immunsystem, dem Darm und sogar unserer Psyche steht.
Die wichtigsten Sexualhormone und ihre Aufgaben
Östrogene (hauptsächlich bei Frauen, aber auch bei Männern vorhanden)
Östrogene sind weit mehr als nur „weibliche Hormone”. Sie erfüllen zahlreiche Funktionen:
- Schützen das Herz-Kreislauf-System und halten die Blutgefäße elastisch
- Fördern die Knochengesundheit und beugen Osteoporose vor
- Unterstützen die Gehirnfunktion, Gedächtnis und Stimmung
- Beeinflussen den Hautstoffwechsel und die Kollagenproduktion
- Regulieren den Wasserhaushalt und die Körpertemperatur
- Wirken entzündungshemmend
Progesteron (hauptsächlich bei Frauen)
Progesteron wird oft als „Wohlfühlhormon” bezeichnet:
- Wirkt beruhigend und schlaffördernd auf das Nervensystem
- Unterstützt die Schilddrüsenfunktion
- Hat eine natürliche angstlösende Wirkung
- Schützt vor Wassereinlagerungen
- Reguliert das Immunsystem
- Wirkt ausgleichend auf Östrogen
Testosteron (bei Männern und Frauen)
Testosteron ist bei beiden Geschlechtern wichtig:
- Fördert den Muskelaufbau und die Kraft
- Unterstützt die Knochendichte
- Beeinflusst Motivation, Antrieb und Durchsetzungsvermögen
- Wichtig für die Libido bei beiden Geschlechtern
- Spielt eine Rolle beim Fettabbau
- Unterstützt die kognitive Leistungsfähigkeit
DHEA (Dehydroepiandrosteron)
DHEA ist ein Vorläuferhormon, aus dem andere Sexualhormone gebildet werden:
- Wirkt als „Puffer” für Stress
- Unterstützt das Immunsystem
- Hat antioxidative Eigenschaften
- Nimmt mit dem Alter natürlicherweise ab
Was bringt Sexualhormone aus dem Gleichgewicht?
In der Funktionalmedizin suchen wir nach den Ursachen hormoneller Dysbalancen. Häufige Faktoren sind:
- Chronischer Stress: Bei Dauerstress produziert der Körper vermehrt Cortisol auf Kosten der Sexualhormone. Man spricht vom „Pregnenolon-Steal” – der Körper „stiehlt” die Bausteine für Sexualhormone, um mehr Stresshormone zu produzieren.
- Darmgesundheit: Ein gestörtes Mikrobiom kann den Hormonhaushalt beeinflussen. Bestimmte Darmbakterien sind am Östrogenabbau beteiligt. Bei Dysbiosen kann es zu einem Ungleichgewicht kommen.
- Umweltgifte und Xenoöstrogene: Chemikalien in Plastik, Kosmetika oder Pestiziden können hormonähnlich wirken und unser natürliches Hormonsystem stören.
- Nährstoffmängel: Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin D, Zink, Magnesium und B-Vitamine sind für die Hormonproduktion essentiell.
- Übergewicht: Fettgewebe produziert selbst Hormone und kann zu einem Östrogenüberschuss führen.
- Bewegungsmangel oder Übertraining: Beides kann den Hormonhaushalt negativ beeinflussen.
- Leber- und Entgiftungsschwäche: Die Leber baut verbrauchte Hormone ab. Ist ihre Funktion eingeschränkt, können sich Hormone anstauen.
- Schlafmangel: Hormone werden hauptsächlich nachts produziert und regeneriert.
Typische Anzeichen eines hormonellen Ungleichgewichts
Die Symptome können vielfältig sein und werden oft nicht sofort mit Hormonen in Verbindung gebracht:
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen
- Schlafstörungen
- Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
- Nebel im Kopf und Konzentrationsschwierigkeiten
- Hitzewallungen oder Kältegefühl
- Haarausfall oder unreine Haut
- Verminderte Libido
- Gelenkschmerzen
- Zyklusbeschwerden bei Frauen
- Wassereinlagerungen
Der funktionalmedizinische Ansatz
In der Funktionalmedizin geht es nicht nur darum, Hormone zu messen und bei Bedarf zu ersetzen. Wir schauen tiefer:
- Ursachenforschung: Warum sind die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten? Welche Systeme sind betroffen?
- Ganzheitliche Betrachtung: Wir betrachten das Zusammenspiel von Sexualhormonen mit Schilddrüse, Nebennieren, Insulin, Entzündungen und dem Nervensystem.
- Individuelle Diagnostik: Neben Bluttests nutzen wir bei Bedarf Speicheltests oder Urintests, um ein genaueres Bild zu erhalten. Auch der Zeitpunkt der Messung im Zyklus ist entscheidend.
- Ursächliche Behandlung: Bevor wir an eine Hormonersatztherapie denken, optimieren wir zunächst:
- Stressmanagement und Nebennierenfunktion
- Darmgesundheit und Mikrobiom
- Entgiftungsfunktion der Leber
- Nährstoffversorgung
- Lebensstil (Schlaf, Bewegung, Ernährung)
- Reduktion von Umweltgiften
- Bioidentische Hormone: Wenn eine Hormontherapie notwendig ist, bevorzugen wir bioidentische Hormone, die die körpereigene Struktur nachahmen.
Was können Sie selbst tun?
Viele Faktoren, die Ihre Hormone beeinflussen, liegen in Ihrer Hand:
- Ernährung: Essen Sie ausgewogen mit viel frischem Gemüse, gesunden Fetten (Omega-3), hochwertigem Eiweiß und Ballaststoffen. Reduzieren Sie Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel. Kreuzblütler wie Brokkoli unterstützen den Östrogenabbau.
- Bewegung: Regelmäßige, moderate Bewegung unterstützt den Hormonhaushalt. Vermeiden Sie jedoch Übertraining.
- Stressreduktion: Finden Sie Techniken, die Ihnen helfen zu entspannen – ob Meditation, Yoga, Spaziergänge in der Natur oder andere Hobbys.
- Schlafhygiene: 7-8 Stunden Schlaf in einem dunklen, kühlen Raum sind essentiell für die Hormonproduktion.
- Giftstoffe meiden: Nutzen Sie natürliche Kosmetik, vermeiden Sie Plastik beim Erhitzen von Lebensmitteln, trinken Sie gefiltertes Wasser.
- Darmgesundheit: Eine ballaststoffreiche Ernährung und eventuell Probiotika unterstützen ein gesundes Mikrobiom.
Gemeinsam zu hormoneller Balance
Hormonelle Dysbalancen sind komplex, aber nicht hoffnungslos. Mit einem funktionalmedizinischen Ansatz können wir die Ursachen identifizieren und gezielt behandeln.
Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennen oder Fragen zu Ihrem Hormonhaushalt haben, vereinbaren Sie gerne einen Termin. Gemeinsam entwickeln wir einen individuellen Plan, um Ihre hormonelle Balance wiederherzustellen – für mehr Energie, Lebensfreude und Gesundheit.
Die Schilddrüse – Ihr körpereigenes Gaspedal
Was macht die Schilddrüse so wichtig?
Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse am Hals, die eine enorm wichtige Rolle in unserem Körper spielt. Sie ist sozusagen das Gaspedal unseres Stoffwechsels und beeinflusst nahezu jede Zelle unseres Körpers. Wenn die Schilddrüse nicht optimal arbeitet, spüren wir das in fast allen Lebensbereichen.
In der Funktionalmedizin betrachten wir die Schilddrüse nicht isoliert, sondern als Teil eines komplexen Netzwerks, das eng mit anderen Hormonsystemen, dem Immunsystem, dem Darm und der Entgiftung zusammenarbeitet.
Die Aufgaben der Schilddrüsenhormone
Die Schilddrüse produziert hauptsächlich zwei Hormone: T4 (Thyroxin) und in kleineren Mengen T3 (Trijodthyronin). T3 ist das aktive Hormon, das in den Zellen wirkt.
Diese Hormone beeinflussen:
- Energiestoffwechsel: Sie bestimmen, wie schnell Ihr Körper Kalorien verbrennt und Energie produziert
- Körpertemperatur: Regulierung Ihrer inneren Heizung
- Herzfunktion: Herzfrequenz und Herzkraft
- Verdauung: Bewegung des Darms und Nährstoffaufnahme
- Gehirnfunktion: Konzentration, Gedächtnis und Stimmung
- Haut, Haare und Nägel: Wachstum und Regeneration
- Fruchtbarkeit: Zyklusregulation und Empfängnisfähigkeit
- Cholesterinspiegel: Abbau von Cholesterin
- Muskelkraft: Muskeltonus und Regeneration
- Knochengesundheit: Knochenaufbau und -abbau
Der Regelkreis – ein komplexes Zusammenspiel
Die Schilddrüse arbeitet nicht allein, sondern wird von übergeordneten Stellen gesteuert:
- Hypothalamus (im Gehirn) → sendet TRH aus
- Hypophyse (Hirnanhangdrüse) → produziert TSH
- Schilddrüse → produziert T4 und etwas T3
- Körperzellen → wandeln T4 in aktives T3 um
Dieser Regelkreis funktioniert wie ein Thermostat: Sinken die Hormonspiegel, wird mehr produziert. Steigen sie, wird die Produktion gedrosselt. Doch dieser Mechanismus kann an vielen Stellen gestört werden.
Was kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen?
In der Funktionalmedizin schauen wir genau hin, wo im System Probleme auftreten können:
1. Nährstoffmängel
Die Schilddrüse benötigt bestimmte Bausteine, um Hormone zu produzieren und umzuwandeln:
- Jod: Grundbaustein der Schilddrüsenhormone (T3 enthält 3 Jodatome, T4 enthält 4)
- Selen: Essentiell für die Umwandlung von T4 in aktives T3 und schützt die Schilddrüse
- Zink: Wichtig für die Hormonproduktion und T3-Umwandlung
- Eisen: Notwendig für die Schilddrüsenhormonproduktion
- Vitamin D: Beeinflusst die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem
- B-Vitamine: Unterstützen den Energiestoffwechsel
- Magnesium: Beteiligt an der T4-zu-T3-Umwandlung
- Tyrosin: Aminosäure als Baustein der Schilddrüsenhormone
2. Autoimmunprozesse
Die häufigste Ursache von Schilddrüsenproblemen in westlichen Ländern ist eine Autoimmunerkrankung:
- Hashimoto-Thyreoiditis: Das Immunsystem greift die Schilddrüse an, was langfristig zu einer Unterfunktion führt
- Morbus Basedow: Das Immunsystem stimuliert die Schilddrüse übermäßig, was zu einer Überfunktion führt
In der Funktionalmedizin fragen wir: Warum ist das Immunsystem aus dem Gleichgewicht? Oft spielen Faktoren wie undichter Darm (Leaky Gut), chronische Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Umweltgifte eine Rolle.
3. Umwandlungsstörungen
Selbst wenn die Schilddrüse genug T4 produziert, kann die Umwandlung in aktives T3 gestört sein durch:
- Chronischen Stress und erhöhtes Cortisol
- Entzündungen im Körper
- Leberprobleme (die Leber wandelt viel T4 in T3 um)
- Darmprobleme (auch der Darm ist an der Umwandlung beteiligt)
- Bestimmte Medikamente (z.B. Betablocker, manche Antidepressiva)
- Chronische Erkrankungen
4. Umweltgifte und Störfaktoren
- Fluorid, Chlor, Brom: Können Jod verdrängen
- Schwermetalle: Belasten die Schilddrüse
- Pestizide und Herbizide: Wirken als endokrine Disruptoren
- Weichmacher und Chemikalien: Stören das Hormonsystem
5. Stress und Nebennierenschwäche
Chronischer Stress führt zu erhöhtem Cortisol, was:
- Die T4-zu-T3-Umwandlung hemmt
- Die Produktion von inaktivem Reverse-T3 (rT3) fördert
- Die Empfindlichkeit der Zellrezeptoren für Schilddrüsenhormone reduziert
6. Darmgesundheit
Ein gesunder Darm ist essentiell für die Schilddrüse:
- 20% der T4-zu-T3-Umwandlung findet im Darm statt
- Darmbakterien sind an der Hormonregulation beteiligt
- Ein undichter Darm kann Autoimmunreaktionen auslösen
- Entzündungen im Darm beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme
7. Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Besonders bei Hashimoto kann Gluten problematisch sein:
- Die Struktur von Gliadin (im Gluten) ähnelt dem Schilddrüsengewebe
- Bei manchen Menschen kann dies zu einer Kreuzreaktion führen (molekulare Mimikry)
Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
- Ständige Müdigkeit und Erschöpfung, auch nach ausreichend Schlaf
- Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
- Ständiges Frieren, besonders an Händen und Füßen
- Verstopfung und träge Verdauung
- Trockene Haut, brüchige Haare und Nägel, Haarausfall
- Depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (“Nebel im Kopf”)
- Verlangsamter Herzschlag
- Geschwollenes Gesicht, besonders morgens
- Heisere Stimme
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Zyklusstörungen und Fruchtbarkeitsprobleme bei Frauen
- Verminderte Libido
Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion
- Nervosität, innere Unruhe und Reizbarkeit
- Ungewollter Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
- Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Übermäßiges Schwitzen und Hitzeempfindlichkeit
- Zittern der Hände
- Schlafstörungen
- Häufiger Stuhlgang oder Durchfall
- Muskelschwäche
- Dünner werdende Haut
- Vortreten der Augen (bei Morbus Basedow)
Der funktionalmedizinische Ansatz zur Schilddrüse
In der konventionellen Medizin wird oft nur der TSH-Wert gemessen. Das kann irreführend sein, denn:
- TSH sagt nichts über die T4-zu-T3-Umwandlung aus
- Es zeigt nicht, ob Autoimmunprozesse vorliegen
- Es erfasst nicht, ob die Hormone in den Zellen ankommen
Umfassende Diagnostik
Wir schauen uns ein vollständiges Bild an:
- TSH: Steuerhormon der Hypophyse
- fT4: Freies, verfügbares T4
- fT3: Freies, aktives T3 (das eigentlich wichtige Hormon)
- Reverse-T3 (rT3): Inaktive Form, die bei Stress entsteht
- TPO-Antikörper und TG-Antikörper: Zeigen Autoimmunprozesse (Hashimoto)
- TRAK-Antikörper: Bei Verdacht auf Morbus Basedow
Zusätzlich untersuchen wir:
- Nährstoffstatus (Selen, Zink, Eisen, Vitamin D, etc.)
- Nebennierenfunktion (Cortisol-Tagesprofil)
- Entzündungsmarker
- Darmgesundheit
- Leberenzyme
Ursachenorientierte Behandlung
Statt nur Hormone zu ersetzen, behandeln wir die Ursachen:
- Nährstoffoptimierung: Ausgleich von Mängeln mit gezielter Supplementierung und angepasster Ernährung.
- Darmgesundheit wiederherstellen: Behandlung von Dysbiosen, Leaky Gut, Parasiten oder SIBO (bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms).
- Entzündungen reduzieren: Durch Ernährungsumstellung, Omega-3-Fettsäuren, antientzündliche Pflanzenstoffe.
- Autoimmunprozesse beruhigen: Identifizierung und Eliminierung von Triggern, Immunmodulation.
- Stressmanagement: Nebennieren unterstützen, Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf.
- Entgiftung: Reduktion der Giftbelastung, Unterstützung von Leber und Nieren.
- Gluten und potenzielle Trigger meiden: Besonders bei Autoimmunerkrankungen kann eine glutenfreie Ernährung hilfreich sein.
- Schilddrüsenhormone: Wenn nötig, mit T4 allein oder einer Kombination aus T4 und T3, individuell angepasst.
Was können Sie selbst für Ihre Schilddrüse tun?
Ernährung:
- Essen Sie jodreiche Lebensmittel in Maßen (Seefisch, Algen, jodiertes Salz) – aber Vorsicht bei Autoimmunerkrankungen, hier kann zu viel Jod kontraproduktiv sein
- Integrieren Sie selenreiche Lebensmittel (Paranüsse, Fisch, Eier)
- Essen Sie ausreichend Protein für die Tyrosin-Versorgung
- Reduzieren Sie Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel
- Erwägen Sie eine glutenfreie Ernährung bei Hashimoto (nach ärztlicher Rücksprache)
- Goitrogene in Maßen: Rohe Kreuzblütler (Brokkoli, Kohl) enthalten Substanzen, die in großen Mengen die Jodaufnahme hemmen können. Gekocht sind sie jedoch unbedenklich und gesund.
- Stressreduktion: Chronischer Stress ist Gift für die Schilddrüse. Finden Sie Wege zur Entspannung.
- Bewegung: Moderate, regelmäßige Bewegung unterstützt die Schilddrüsenfunktion. Übertraining sollte vermieden werden.
- Schlaf: 7-8 Stunden Schlaf sind essentiell für die Hormonregulation.
- Giftstoffe meiden: Verwenden Sie natürliche Kosmetik, trinken Sie gefiltertes Wasser, meiden Sie Plastik beim Erhitzen von Speisen.
- Medikamente richtig einnehmen: Falls Sie Schilddrüsenhormone nehmen, nehmen Sie diese nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück und getrennt von anderen Medikamenten, Kalzium oder Eisen.
Gemeinsam zu optimaler Schilddrüsenfunktion
Schilddrüsenprobleme sind häufig, aber mit dem richtigen Ansatz gut behandelbar. Der funktionalmedizinische Weg sucht nach den Ursachen und behandelt nicht nur die Symptome.
Wenn Sie vermuten, dass Ihre Schilddrüse nicht optimal arbeitet, oder wenn Sie bereits eine Diagnose haben, aber sich noch nicht wirklich besser fühlen: Lassen Sie uns gemeinsam schauen, wo die Ursachen liegen und wie wir Ihre Schilddrüsenfunktion optimieren können – für mehr Energie, bessere Stimmung und Lebensqualität.